Es ist eine richtig schöne, alte Burg, die landschaftlich gut liegt am Hang mit Ausblick auf das Dorf. Mittelalterliches Feeling hat man im Rittersaal, der leider sehr mit Antiquitäten, Tierpräparaten und alten Möbeln so voll gestellt ist, dass die einzelnen Stücke gar nicht mehr wirken können, das ist sehr schade. Der Kings-Room mit Bett ist ruhig gelegen, hatte sogar eine kleine Heizung, allerdings ohne mitgebrachte Verlängerungschnur wäre das schwierig geworden, das Bett war bequem, allerdings der Weg zurück in den Rittersaal zur Toilette führte quer durch eine Art Wohnraum und den öffentlich begehbaren Rittersaal mit mindestens 7 Stufen unterschiedlicher Höhe, kein Weg für nachts im Dunkeln, da Bad und Toilette weit vom Zimmer entfernt waren. Das Frühstückszimmer war eindrucksvoll mit seinen vielen Vitrinen und ausgestellten Dingen, auch das Frühstück war richtig gut. Der Garten mit Holzbank war nett, allerdings wenig nutzbar. Alles ein allem eine Reise ins Mittelalter, die man so schnell nicht vergisst.
Wir waren pünktlich vor Ort, die Person, die uns den Zugang ermöglichen sollte, sprach außer russisch und urkainisch keine lebende westliche Sprache (wir sprechen Englisch, Französich, Spanisch und Italienisch neben Deutsch), daher war die Verständigung mit falsch eingesetztem Übersetzungsprogramm schwierig und die Atmosphäre war ein wenig muffelig, so als wenn man störte. Irgendwann haben wir dann mühsam eine Kommunikation zu Wege gebracht, allerdings stand bis zum späten Abend, die sog. Haustür sperrangelweit auf, und dass mit den ganzen Ritterrüstungen etc. kein Hinweis, wer die Tür verriegelt, wir haben dann die Lichtschalter gesucht und die Tür selbst verriegelt. Irgendwie hatten die Eigentümer wohl die Idee ihre Burg zu renovieren, aber weder die aus der Wand hängenden Kabelkanäle noch die teilweise recht locker umherstehenden Möbel ließen darauf schließen, dass man hier mit Organisation und Umsetzungswillen zu Werke geht, eine klassische Nullung bei der Elektrizität würde mich nicht wundern. Auch kann man nicht einfach wenden, es gibt hinter der Burg eine mit ungeraden Boden vorhandene Grasfläche, gottseidank habe ich ein kleines Auto, da fragt man sich, wie wohl größere Fahrzeuge hier rangieren müssten. Ein Hinweisschild keine Wendemöglichkeit wäre hilfreich, ebenso wie man über der Haustür die schöne Wetterfahne "Burg Hermannstein", die im Frühstückszimmer ungenutzt liegt, anbringen könnte, eine schlichte NR. 11 am Briefkasten, sagt da recht wenig aus, besonders, wenn man einer "stummen" Türöffnerin gegenübersteht und sich fragt, ob man richtig ist oder nicht, ein freundliches "herzlich Willkommen" wäre schon hilfreich und ist kostenfrei. Alles in allem ein interessanter Aufenthalt, aber noch viel Arbeit für die Burgbesitzer, um daraus einen angenehmen Ort zu machen.